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Leonhard von Brixen
Mit Meister Lienhart Scherhauff ist in Brixen erstmals ein Künstler bekannt, der um 1440 eine Werkstatt öffnet, aus der eine Reihe von kirchenraumfüllenden Wandfresken und Schnitzaltären hervorgeht. Leonhard war vermutlich nur Maler und beschäftigte mehrere in der Qualität sich unterscheidende Bildhauer.
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Der Entwurf zu den Bildwerken stammt zweifelsohne vom Meister selbst. So finden sich an ihnen die für Leonhard typischen brüchigen Dreistrahlfalten, die lieblichen Gesichtszüge und der geschlossene Figurenumriss. Meister Leonhard ist auch die älteste erhalten gebliebene geschnitzte Weihnachtskrippe verdankt. Die zu einer Anbetung des Kindes gehörenden Maria und Josef entstanden für den Hochaltar in der Frauenkirche in Lajen, die Christkindwiege ist in Privatbesitz erhalten.
Die frühe Marienkrönung aus Feldthurns reiht sich noch ans Figurenschema des Hans von Judenburg, bringt aber nicht dessen räumliche Figurenauffassung. Von mehreren Schnitzaltären haben sich Schreinfiguren erhalten, so die thronende Madonna aus Milland, die hll. Leonhard und Bartholomäus aus St. Leonhard bei Brixen, die Apostel Petrus und Paulus vom Altar in Schrambach.
Meister Leonhard bekleidete nie offiziell die Stelle eines Hofmalers an der Brixner Hofburg. Seine Werkstatt erledigte aber zur Zufriedenheit von Domklerus und stiftungsfreudigen Bürgern und Kirchengemeinden eine Fülle von Aufträgen. Leonhard verstarb 1475/1476. Sein zuvor schon mit ihm arbeitender Sohn Marx Scherhauff übernahm die Werkstatt. Mit Marxens Tod 1484 erlischt zugleich der markante Stil dieser erfolgreichen Brixner Künstlerwerkstatt.
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