Schmuckschatullen als Reliquiare
Schmuckkästchen aus edlen Materialien wurden in der Regel auch als Reliquienschatullen verwendet. So befinden sich heute immer noch in den hier ausgestellten Kassetten Reliquien verschiedener Heiliger. Für profane Zwecke entstanden, wurden sie aufgrund ihrer kostbaren und aufwendigen Verarbeitung zu Aufbewahrungsbehältnissen für heilige Reste. Die im späteren 13. Jahrhundert entstandene Reliquienschatulle aus zyprischem Ebenholz kam erst im Barock als Geschenk des Dogen Domenico Contarini 1659 als Geschenk an Fürstbischof Anton von Crosini nach Brixen. Das Präsent galt als Freundschaftsgeste nach bereinigten Grenzstreitigkeiten zwischen Venedig und Brixen. Die gegossenen und mit kaltem Goldanstrich versehenen Zinnreliefs zeigen bereits den Einfluß der frühen Gotik. Der Entstehungsort ist in Frankreich anzunehmen.
Zwei Schmuckschatullen in Form eines „cofanetto“ mit Elfenbeinreliefs, die tanzende Paare zum Inhalt haben, entstanden in der Werkstatt des Baldassare Embriachi in Venedig. Die serienmäßige Herstellung solcher Kassetten reiht auch die Brixner Stücke in eine lange Reihe von erhalten gebliebenen kunsthandwerklichen Zeugnissen.








