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Die Reliquienmonstranzen

Monstranz Reliquienmonstranzen haben die Aufgabe, Überreste von Heiligen für die Verehrung durch die Gläubigen sichtbar zu halten.

Heinrich Surauer, Propst des Kapitels Unserer Lieben Frau am Kreuzgang, stiftete für die Aufnahme von Reliquien um 1400 ein Ostensorium mit gravierten Bildern am Fuß. Bis 1663 wurden darin die Kassiansreliquien gezeigt.

Auch die Turmmonstranz mit einem Splitter aus dem Kreuze Christi entstand um 1400 in Venedig. Die Reliquie liegt hinter einem Kristallzylinder. Der große Figurenreichtum bringt ein weites Allerheiligenprogramm mit Aposteln und diversen Heiligen.

Die Reliquienmonstranz der Heiligen Laurentius und Leonhard kam als Geschenk des aus Wien stammenden kunstfreudigen Fürstbischofs Ulrich II. Putsch (1427-1437) in den Brixner Kirchenschatz. Das Ostensorium wurde 1436 in Brixen selbst hergestellt.

Für ein aus dem Zelt des Sultans Soliman II. 1532 entwendete Schädelreliquie des hl. Markus ließ der Bischof von Wiener Neustadt, Gregor Angerer, zugleich Dompropst in Brixen, 1543 eine eigene Reliquienmonstranz anfertigen und machte das Reliquiar ein Jahr später der Domkirche zum Geschenk. Die Schenkung ist durch den eigenhändigen Schriftzug an der Rückseite des Reliquiars bestätigt. Das Markusreliquiar ist das prachtvollste Objekt aus der Renaissance. Der rote Korallenast hatte neben seiner Schmuckfunktion vor allem apotropäische Bedeutung.
 
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