Die Adlerkasel – ein kaiserliches Geschenk
Die Adlerkasel (pallium aquilatum) hat nur als kostbares Erinnerungsstück an den als Heiligen verehrten Säbener und Brixner Bischof Albuin tausend Jahre überdauert. Nähere Angaben zum genauen Zeitpunkt, dem Anlaß und dem Grund der Schenkung fehlen. Aufgrund der großen Kostbarkeit des in einer zentralen byzantinischen Manufaktur um 1000 hergestellten Stoffes ist eine kaiserliche Schenkung, etwa durch Heinrich II. oder Konrad II., an Bischof Albuin von Brixen oder dessen Nachfolger nicht auszuschließen. Die überregional bedeutsame Brixner Adlerseide hat verwandte Stücke in Auxerre und in Aachen (Elefantenseide).
Die Verehrung des Bischofs Albuin (gest. 1006) wurde vor allem durch Hartmann von Brixen gefördert. Dieser ließ 1141 seine Reliquien von der rechten Seitenapsis an den Hochaltar übertragen. Im mittelalterlichen Dom wurden die als Reliquien verehrten Gewänder den Gläubigen gewiesen. Dieser Brauch hielt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert. Reliquienjäger haben dem Stoff empfindliche Verluste beigefügt. Historische Aufzeichnung über die Präsenz des Stoffes in der Brixner Sakristei gibt es erst seit 1550.








