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Reliquiare der Neuzeit

Elfenbeinkassette mit zwölf deutschen Königen, Werkstatt Wenzel Jamnitzer, um 1590 Die Silberkassette mit den Reliquien der Unschuldigen Kinder entstand um 1600 in der Werkstatt von Christoph I. Fesenmayr in Augsburg. Als Geschenk des Dompropstes David von Spaur kam sie im Jahr 1600 an den Brixner Dom. Die Reliquien hatte Bischof Ulrich II. Putsch 1434 vom Dogen von Venedig und dem Bischof von Görz erhalten.

Der Krakauer Archidiakon Christoph Varscevitus gab, da er die anfallenden Quartierkosten nicht bezahlen konnte, dem Dom anläßlich seiner Durchreise um 1600 eine wohl in Nürnberg in der Werkstatt von Abraham Tittecke geschaffene Reliquienmonstranz der hl. Katharina. Die Heilige ist am oberen Abschluß des Schaugefäßes als Vollplastik montiert.

Die Reliquienmonstranz der hl. Martina schenkte Fürstbischof Anton Crosini 1663 der Domkirche. Hergestellt wurde die Monstranz durch den aus Neresheim gebürtigen Meister Georg Wilhelm Fesenmayr (Meister 1639, gest. 1672) in Augsburg. Auch hier findet sich eine vollplastische Darstellung der Heiligen mit den Attributen Bär und Löwe.

Als profane Schmuckkassette war in der Werkstatt des Wenzel Jamnitzer in Nürnberg um 1590 die Elfenbeinkassette entstanden, welche später Reliquien aufnahm. An den vier Seiten zieht eine Reihe germanischer Könige in willkürlicher Folge entlang. Die Figuren sind nach Plaketten von Peter Flötner gegossen. Ein vergleichbares Stück mit derselben Königsfolge besitzt das Grüne Gewölbe in Dresden. Möglicherweise kam das Kästchen über Kardinal Andreas von Österreich in den Dom.
 
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